Über die Anglikanische Kirche i.D.

Biblisch

Die Anglikanische Kirche i.D., auch bekannt als Reformierte Episkopalkirche, hat eine große Wertschätzung für die Heilige Schrift. Sie weiß, dass die Kirche die Gemeinschaft aller wahren Gläubigen ist, die „auf die Apostel und Propheten gegründet wurden, und deren Eckstein Jesus Christus selbst ist.” (Eph 2,20)

Die Hauptquelle prophetischer und apostolischer Lehre ist die Heilige Schrift. Deshalb sind wir sehr gewissenhaft, dass wir die Schrift hören, überdenken und sie in unserem Herzen bewegen, um das ewige Leben in Christus zu ergreifen und festzuhalten. Etwa drei Viertel unserer Liturgie entstammt direkt der Heiligen Schrift, und wir hören in jedem Gottesdienst Altes und Neues Testament. Sie ist eine grundlegende Voraussetzung, um Gott selbst kennenzulernen und zum wahren Glauben zu kommen. Denn wer die Schrift nicht kennt, kann Gott nicht kennen. In einer Zeit, in der Kirchen und Freikirchen die Bibel als Mythos und voller Fehler betrachten, legen wir besonderen Wert, sie neu auf den Leuchter zu stellen. Modernistische Theologen und sogar Bischöfe verdrehen grundlegende Lehren der Bibel und zerstören damit das Fundament des christlichen Glaubens.

Apostolisch

Obwohl die Reformierte Episkopalkirche im Jahre 1873 gegründet wurde, steht sie dennoch in ungebrochener Tradition zur alten ungeteilten Kirche. Diese Würdigung erkennen wir besonders an dem Gebrauch der alten Glaubensbekenntnisse – Apostolikum, Nicänum und Athanasianum – im Gottesdienst. Darüber hinaus ist es uns ein großes Anliegen, von den apostolischen Vätern und den Kirchenlehrern zu lernen, die sich Irrlehren, Diskussionen, Kontroversen und Glaubensprüfungen stellen mussten, und doch an der wahren Lehre der Kirche festhielten. Unsere Verbindung zur frühen Kirche spiegelt sich auch in der fortgesetzten Verpflichtung zur apostolischen Sukzession und dem historischen Episkopat wieder.

Unser anglikanisches Christentum ist sehr alt. Es wurde sogar vermutet, dass der christliche Glaube bereits durch Joseph von Arimathia und durch Sklaven in römische Haushalte nach England gelangt sei. Wir wissen, dass bereits im Jahre 314 n. Chr. englische Bischöfe auf der Synode von Arles auftraten. Dies bezeugt bereits eine sehr frühe Missionstätigkeit in England, noch bevor der hl. Augustin von Canterbury 576 n. Chr. mit der römischen Liturgie dort eintraf. Dieser uralte Gottesdienst der Englischen Kirche spiegelt sich auch heute noch in unserer Liturgie wieder. Mit diesem historischen Erbe gehen wir sehr behutsam um und halten es in Ehren.

Reformatorisch

Dieses Wort hat viele Bedeutungen. Wir beziehen uns hier auf die englische Reformation und ihre Tradition, die durch die Kontinentalreformation beeinflusst wurde. Zuerst geht es um eine Erneuerung des Gottesdienstes durch eine bibeltreue Liturgie. Sie wurde von Erzbischof Thomas Cranmer und durch Unterstützung von Martin Bucer im Allgemeinen Gebetbuch entworfen. Es war die Rückkehr und Rettung des reichen Erbes der frühen Englischen Kirche. Weiter geht es um die Erneuerung des Glaubens. Die 39 Glaubensartikel gehören mit zu den Grundlagen des anglikanischen Glaubens. Diese Reformation war keine Rebellion, kein Umsturz und keine neue Erfindung, sondern eine Rückbesinnung auf die bewährten Traditionen und Werte der frühen Kirche.

Das Wort reformiert – im Sinne von erneuert – verweist auch auf den Unterschied unserer Kirche zu all jenen kirchlichen Institutionen, die seit dem 19. Jahrhundert biblische Wahrheiten und kirchliche Traditionen verdrehen, verfälschen und dem Zeitgeist unterwerfen. Unsere Gründer brachen 1873 mit der Episkopalkirche der Vereinigten Staaten, die damals begann, sich vom bewährten Weg der frühen Kirche abzuwenden. Wir hingegen halten am Erbe der frühen Englischen Kirche fest, die uns einen geistlichen Schatz hinterlassen hat, der bis zur Urkirche von Jerusalem reicht.

Brückenkirche: evangelisch, katholisch, orthodox

Evangelisch zu sein bedeutet, ein Verständnis für Gottes Frohe Botschaft zu haben und sie zu verbreiten. Die Gute Nachricht besteht darin, dass wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus (Röm 5,1) finden. Auch stellen wir fest, dass bereits Christen seit frühester Zeit diese Botschaft verkündigt haben. Evangelisch zu sein bedeutet aber auch, solche Menschen weiterzubilden, die vom Evangelium erfasst worden sind. Diese weiterführende Ausbildung ist für die Ausbreitung des Evangeliums an zukünftige Generationen wichtig. Deshalb hat auch der Gottesdienst mit dem Abendmahl bzw. der Eucharistie als Zentrum des Evangeliums einen hohen Stellenwert für unseren Glauben. Wenn wir verstehen, dass Gottesdienst ein Opfer ist, in dem wir uns selbst Gott dem Vater durch unseren Herrn Jesus Christus und im Heiligen Geist darbringen, dann wachsen und reifen alle Christen unter dieser wohl geordneten Disziplin. Als Kirche der via media oder „Brückenkirche“ verbinden wir so – durch die Betonung des Evangeliums und der Heiligen Kommunion – die guten Traditionen des evangelischen, katholischen und orthodoxen Glaubens.

Einladung

Wenn wir Ihre Neugier wecken konnten, würden wir uns über Ihr weiteres Interesse freuen. Sie sind herzlich eingeladen, auf diesen Seiten weiterzulesen, eine unserer Link Gemeinden zu besuchen oder anderweitig mit uns in Link Kontakt zu treten!

Unsere Kirche in Kürze

Suchen Sie eine Kirche,

  • die am überlieferten Glauben festhält, zusammengefasst in einem prägnanten Bekenntnis (den 39 Glaubensartikeln von 1571 [England] bzw. 1801 [USA])?
  • die von der protestantischen Reformation geprägt ist?
  • die sich zum Brückenschlag des “Mittleren Weges” (via media; evangelische Katholizität) bekennt und damit 1500 Jahre christliche Erfahrung bis hin zur Alten Kirche nicht verleugnet?
  • deren Gottesdienst sich an biblischen Mustern und der Schrift selbst orientiert und auch nach dem Sonntag den alltäglichen Gottesdienst im Leben fordert?
  • die von gottesfürchtigen Bischöfen in apostolischer Sukzession geleitet wird und seit 150 Jahren Eigenständigkeit keine Kirchenspaltung erlebt hat?
  • deren Gemeinschaft unterstützend, korrigierend und ermutigend ist?
  • die den Missionsauftrag Jesu ernst nimmt?
  • und die für die Nöte der heutigen Zeit eine Antwort von Christus her geben kann?

Wenn das Ihre Vorstellungen von einer Kirche sind, dann sollten Sie sich diese noch etwas genauer ansehen!


Eine Kirche mit Tradition und Zukunft

Die Anglikanische Kirche i.D., auch bekannt als Reformierte Episkopalkirche (abgekürzt: REK), führt das Erbe der angelsächsischen Kirche fort, welche zunächst im 16. Jahrhundert durch die englische Reformation und im 19. Jahrhundert abermals erneuert wurde. Sie existiert seit 1844 als Free Church of England und in den USA seit 1873 als Reformed Episcopal Church.

Bischof George David Cummins, der ein rechtmäßig geweihter Bischof der Protestantischen Bischofskirche der USA war, nahm sein Bischofsamt mit, als er mit vielen Kollegen und Gläubigen am 2. Dezember 1873 die Reformierte Episkopalkirche organisierte. Seit dieser Zeit hat sie sich als anglikanischer Zweig der allgemeinen Kirche Christi auch in Neuseeland, Indien, Russland, Liberia, Spanien, Brasilien, Kroatien, Serbien und nun eben auch in Deutschland verbreitet. Der Anspruch unserer Kirche liegt gerade darin, ihren reichen Erfahrungsschatz bewegter Vergangenheit mit in die heutige Zeit einzubringen.

Die Reformierte Episkopalkirche vereinigt somit das reiche Erbe der gesamteuropäischen Reformation mit über 150 Jahren eigener britischer und amerikanischer kirchlicher Erfahrung durch unsere Mutterkirche, die Reformed Episcopal Church in North America. Diese zählt sich zur weltweiten anglikanischen Kirchengemeinschaft und sieht sich heute als die eigentliche Nachfolgerin der damaligen “Protestantischen Bischofskirche” (Protestant Episcopal Church USA). Von dieser bewährten konservativen Tradition her kann unsere Kirche manche christliche Erfahrung von der Alten Kirche herleiten, sie mit der Weisheit der Reformatoren verbinden und neu in der heutigen Zeit anwenden. Da Christus auch diesem Zweig der allgemeinen Kirche Christi verheißt, dass die Pforten der Hölle sie nicht überwinden werden, glauben wir gewiss, dass sie auch Kirche der Zukunft sein wird.


Eine Kirche mit Fundament

Unsere Stellung zur Bibel

Wir halten an der Glaubwürdigkeit der gesamten Heiligen Schrift fest und wenden sie auf das alltägliche Leben an. Wir erkennen die Bibel als das autoritative Wort Gottes an, dem die Autorität der Kirche untergeordnet ist.
Wir betrachten sie in ihrer Gesamtheit als eine von Gott gegebene Offenbarung, die in allen ihren Teilen von Gott durch göttliche Inspiration gegeben wurde und in ihrer Gesamtheit eine Einheit bildet.
Um diese Überzeugung weiterzugeben, unterhält unsere Mutterkirche drei theologische Seminare in den USA – und das für Deutschland neu ins Leben gerufene Sankt-Benedikt-Seminar.

Unser Glaubensbekenntnis

Unsere Kirche weiß sich dem evangelisch-reformatorischen Glauben verpflichtet. Unser Glaubensbekenntnis findet sich in den protestantischen 39 Artikeln der Kirche von England (1571) und in dem teilweise noch deutlicher ausgelegten Glauben im Allgemeinen Gebetbuch unserer Kirche wieder. Dieser Glaube wird als der Glaube der Schrift erklärt, der ein für allemal den Heiligen überliefert wurde (Judas 3) und im Apostolischen, Nicänischen und Athanasianischen Bekenntnis der allgemeinen Kirche Christi erklärt wird.

Unser Gottesdienst

Die Anbetung Gottes nimmt in der Reformierten Episkopalkirche eine wichtige Stellung ein. Sie ist bei uns aber nicht nur etwas, was wir sonntags gemeinsam praktizieren wollen, sondern auch etwas, was sich im ganzen Leben des Einzelnen widerspiegeln soll (vgl. Röm 12,1).

Gottesdienst bedeutet, Gott zu dienen und Ihn in einer rechten und würdigen Weise zu verehren. Darum orientiert sich unsere Anbetung am besonders am Sonntag, dem Auferstehungstag des Herrn, am Wort Gottes selbst. Und dies, was Gott wohlgefällig ist, soll auch während der unser geistliches und praktisches Leben prägen.

Unsere Gottesdienste sind deshalb liturgische Gottesdienste, denn das was wir beten, ist wirklich auch das, was wir glauben. Als Anglikaner orientieren wir uns an unserem Erbe, dem Allgemeinen Gebetbuch oder Book of Common Prayer, einer über 450-jährigen bibeltreuen Gottesdienstordnung. Unsere Kirche hat im Jahre 2014 eine deutsche Fassung des Allgemeinen Gebetbuches in der Rezension von 1662 bzw. 1928 herausgegeben (Bestellungen sind Link hier möglich). Der Gebrauch des Allgemeinen Gebetsbuchs, unserer Agende, wird unterschiedlich, je nach Mitgliedschaft der Ortsgemeinde gehandhabt. Es gibt drei Stufen der Verbindlichkeit für die Ortsgemeinden. Auf Stufe 1 (assozierte Gemeinde) ist der ausschließliche Gebrauch des Allgemeinen Gebetbuchs nicht gefordert. Auf Stufe 2 (affilierte Gemeinde) muss eine erlaubte Version des Allgemeinen Gebetbuchs an allen Sonn- und Feiertagen benutzt werden. Auf Stufe 3, wenn die Gemeinde völlig integrierte Kirchengemeinde geworden ist, benutzt die Gemeinde die gesamte Agende des Allgemeinen Gebetbuchs.

Unsere Gemeinschaft

In der Bibel sprechen sich Christen als ,,Bruder” und ,,Schwester” an, weil sie Mitglieder einer Familie sind. Familien leben und arbeiten gerade wegen ihrer Stärken und Schwächen zusammen. Wir nehmen dies ernst und versuchen, Paulus’ Worte umzusetzen: ,,Weist die Unordentlichen zurecht, tröstet die Kleinmütigen, tragt die Schwachen, seid geduldig gegen jedermann.” (1.Thess 5,14)


Eine Kirche für heute

Unsere Herausforderungen heute

Wertezerfall, Orientierungslosigkeit, geistliche und soziale Unzufriedenheit, Unsicherheit und Angst. Inmitten solcher Zeiten, wie wir sie gerade erleben, ist es gut zu wissen, dass es jemanden gibt, der moralische Standards, Wahrheit und praktische Antworten auf die Probleme der heutigen Zeit durch Gottes Wort gibt: Herausforderungen wie Tötung des ungeborenen Lebens, gleichgeschlechtliche staatliche Eheschließungen und kirchliche Segnungen solcher Partnerschaften, Anerkennung der Prostitution als Beruf mit sozialer Absicherung, Ausländerhass, Brutalität, Terrorismus u.v.m.

Unsere Aufgaben heute

Jesus’ großer Auftrag an uns war: ,,Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker . . .” (Mt. 28,19). Wir nehmen nicht nur die Bibel, unseren Glauben, die Anbetung und unsere Gemeinschaft ernst, sondern auch unseren von Gott gegebenen missionarischen Auftrag.

Darum betätigen wir uns in der Gemeindegründungsarbeit und in der Ausbildung bibeltreuer Pastoren und Theologen durch eine gute theologische Ausbildung (B.TH. & M.Div.). Daneben engagieren sich die Mitglieder unserer Gemeinden in christlichen Camps, in der Evangelisation, in der Auslands- (z.B. Indien, Brasilien und Liberia) und der Inlandsmission, in der Lebensrechtsarbeit und in Hilfsprojekten in der Dritten Welt.

Unser Licht in heutiger Zeit

Die Bibel sagt: ,,Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wenn der HERR nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.” (Ps. 127,1) Gerade in einer Zeit der sogenannten “Post-Moderne”, in der alle Werte und Normen infrage gestellt und die Wahrheitsfrage dem Pluralismus unterworfen wird, einer Zeit in der Sicherheit und Frieden von keiner Regierung der Welt garantiert werden kann, wo die Mehrzahl der Namenschristen bequem und leidensscheu sind, kann eine Kirche, deren Reformatoren als Licht für die Wahrheit leuchteten und fast alle als Märtyrer verbrannt wurden, ganz gewiss eine Kirche für die heutige Zeit sein. Hören wir die mutigen Worte, die Bischof Hugh Latimer an Bischof Ridley richtete und uns heute herausfordern: “Wir werden an diesem Tag … solch eine Kerze durch Gottes Gnade anzünden, die, wie ich vertraue, niemals wieder verlöschen wird.”

Eine Kirche für die Zukunft

Die Reformierte Episkopalkirche möchte nicht auf den vergänglichen Sand menschlicher Weisheit bauen, sondern auf das ewige Wort Gottes (vgl. Mt. 7,24-27). Mit diesem Fundament, gegründet auf Jesus Christus, der gestern, heute und auch derselbe in Ewigkeit ist (Hebr. 13,8), ist unsere Kirche nicht nur keine Kirche für die Vergangenheit, sondern eine Kirche für die heutige Zeit und wird auch eine Kirche Christi für die Zukunft sein.